Peavey Classic 30

Umbau

Am Musikflohmarkt konnte ich zu einem sehr moderaten Preis den Classic 30 kaufen. Leider klang er mir zu topfig, deshalb beschloss ich, einen Speaker-Wechsel vorzunehmen. Der verbaute Blue Marvel konnte ich recht schnell aus dem Verstärker bergen.

Als Ersatz sollte ein Celestion G12H Greenback rein, welchen ich ebenfalls als Occasion gekauft habe. Dieser ist fast 1kg schwerer als der Blue Marvel. Naja, schwer sind Röhren-Amps allemal.

Testbericht mit Celestion G12H Greenback

der Classic 30 von vorne.

Schaltungsdesign, Aufbau und Design

Hoppla, da hat sich Peavey was geleistet: Die Heizspannung der 4 EL84 werden in Serie geschaltet. Das spart Windungen auf der Sekundärseite und somit Kupfer. Offenbar versucht das Engineering so den Preis zu drücken. Dass die Fehlersuche umso komplizierter wird und die Röhren im Einschaltmoment ungleich gespiesen werden, interssiert offenbar nicht. Auch die Vorstufenröhren werden auf dieselbe Art versorgt.

Will Peavey auf diese Art möglich machen, die Versorgung der Heizspannung über die Leiterplatte zu führen? Es wäre spannend, mal mit dem Engineering zu sprechen. Die Praxis zeigt, dass dennoch dieser Verstärker über die Jahre hinweg funktioniert und diese Punkte offenbar nicht so arg sind wie angenommen. Dennoch verbleibt ein ungutes Gefühl.

Verdrahtet ist der Amp übrigens mit 3 Leiterplatten, welche in U-Form angeordnet sind. Die einzelnen Leiterplatten sind mit Drähten verbunden. Oh du liebe Kostenersparnis! Wehe, wenn die 3 Leiterplatten zu stark aufgebogen werden (müssen). Drahtbrüche sind keine Seltenheit. Möglicherweise leiden diese Lötstellen auch durch die Vibration. In meiner Ausbildung habe ich mal gelernt, dass eine Lötstelle nie unter Belastung sein sollte. Ich habe mir dies bislang immer sehr zu Herzen genommen. Peavey nicht oder die Ingenieure wurden auf Kosten vom Preisdruck geknebelt.

Ach ja: Das Peavey-Logo habe ich schon immer hässlich gefunden.

Randnotiz: Ist dieses Schaltungsdesign schuld, dass ein «Ploppen» beim Einschalten und vorallem beim Ausschalten zu hören ist?

Ausstattung

Das verchromte Chassis und das Bedienpanel sehen edel aus. Nur: was hat Peavey geritten, die Beschriftung in weiss statt schwarz zu machen? Immerhin ist es dennoch einigermassen gut lesbar da recht gross beschriftet.

das verchromte Panel sieht schick aus

Sound

Ohne Umbau hat der Amp wie erwähnt recht topfig geklungen. Gut möglich, dass die Kombination von Gehäuseform und Lautsprecher nicht ideal gewählt wurde.

Dank dem Celestion G12H Greenback klingt er nun lauter, wilder, dynamischer und etwas basslastiger. Dank der Klangregelstufe kann dies zum Glück ausgeglichen werden.

Fazit

Ja, nun klingt er wirklich gut – trotz allen konstruktiven und schaltungstechnischen Kniffen und Makel. Für einen Röhrenverstärker, welcher zu dieser Zeit um die 800CHF kostete, kann und muss dies in Kauf genommen werden.