Laney Linebacker L30G

Testbericht

Ich halte es kurz. Dies ist ja nur ein Transistor-Amp aus den 80ern und kein Tube-Amp… War mal mein Übungsamp zu Hause, als der VOX AC30 in den Bandraum geschafft wurde.

die Transistoren-Kiste von vorne

Schaltungsdesign und Aufbau

Eine klassische Vorstufe mit TL072 Opamps und Klangregelstufe, die Endstufe werkelt mit zwei BD909 Leistungstransistoren. Alles sehr stabil, übersichtlich und robust gebaut. Gemacht für die Ewigkeit. Massiver Powerschalter. Leider etwas rostende Schrauben, ein Gitter über dem Lautsprecher. Zwar stabil aber eine Stoffbespannung wäre auch was gewesen. Wurde aber erst bei späteren Modellen gemacht. Die Regler sind leider etwas klein und fummelig geraten. Sagt aber niemand, dass man die nicht wechseln darf. Die Rückseite ist leider geschlossen. Ist jedoch bei vielen Amps dieser Grösse so, damit etwas mehr Bass daher kommt.

Richtig, bemerkt: Das geschulte Auge erkennt an diesem Amp extrem hässliche, aber dauerhafte Amp-Ecken aus Kunststoff. Sie erfüllen aber den Zweck gänzlich. Für verchromte Ecken aus Metall hat’s offenbar für dieses Preissegment nicht mehr gereicht

Öffnen musste ich diesen Amp noch nie für eine Reparatur. Es ist jedoch ein 10-Zoll Lautsprecher drin; Modell G10L-35 Celestion. Anhand vom mir vorliegenden Schema wäre eine Reparatur fast schon ein Klacks.

Ausstattung

Anders als bei anderen Amps wird hier ganz rechts die Gitarre eingestöpselt. Danach wied mit Gain der Eingang aufgerissen. Treble, Middle und Bass sorgen für die Klangregelstufe und die Gesamtlautstärke wird über Master Volume eingestellt. Ob der DI-Ausgang etwas taugt kann ich nicht beurteilen da nie benutzt – der Kopfhörerausgang taugt leider nichts weil er viel zu stark rauscht. Schade, Zielpublikum verfehlt: Dies ist doch ein Übungsamp. Da muss der Kopfhörererausgang zwingend besser funktionieren. Der Remote Overdrive hab ich ebenfalls nie getestet.

Sound

Erstaunlich, wie gut dass dieser Amp klingt. Beim Live-Test am Musikflohmarkt konnte er mich direkt überzeugen. Clean tönt er super für mich. Mit Verzerrung passt mir der Sound allerdings nicht so. Er klingt sehr dreckig und die angespielten Akkorde klingen allesamt matschig und undifferenziert. Übel klingt er trotz allem nicht. Was solls, es war mein Übungsamp und nicht für Live-Gigs gedacht. Dies war vermutlich auch die Zielgruppe von Laney: junge Musiker, welche einen günstigen aber gut gebauten Amp möchten.

Fazit

Ein guter Übungsamp, welcher stabil gebaut ist und nachhaltig repariert werden kann, falls es denn mal nötig sein sollte. Warum hab ich ihn trotzdem wieder verkauft? Damit mein JMI AC4 genug Platz bekommt. Dieser ist halt doch um Welten besser!