Fender Twin-Amp (Custom '57)

Der wunderschöne Amp von vorne

Einleitung

Dieses ist die «neue» Auflage des legendären Fender Twin Amp aus den späten 50ern. Ich bin geehrt, dass ich diesen Amp live spielen durfte.

Ausstattung

Schaltungsdesign, Konstruktion, Design

Die halboffene Rückseite und Sicht auf einen der beiden Speakers.

Das Design und die Konstruktion des «Twin» sind in beinahe allen Punkten so, wie ich mir einen Röhrenverstärker vorstelle:

das authentische Panel mit der weissen Schrift

Die weisse Schrift auf dem verchromten Chassis stösst nicht nur auf Begeisterung. Einerseits soll diese auf dunklen Bühnen besser lesbar sein, andererseits sticht die Beschriftung bei gewöhnlichem Licht kaum hervor. Fans wird dies kaum stören: Einmal richtig einstellen, Position der Regler einprägen. Danach müssen die Regler kaum mehr angefasst werden.

nettes, ikonisches Detail: die abschraubbare Jewel-Kunstoffhaube der Pilotlampe

Zur Betriebsanzeige und typisches Merkmal (beinahe) jedes Fender-Verstärkers ist die rote Pilotlampe (Typ 47). Da Glühlampen durchbrennen, ist es aus meiner Sicht idealer, dafür eine Glimmlampe zu verwenden.

Wer sich wundert, wie zwei 12-Zoll Lautsprecher physikalisch in den Amp passt, wird schmunzeln: Fender quetscht die Lautsprecher diagonal und vorbei am verchromten Chassis in das Ampgehäuse hinein. Eine kompakte Bauweise mit brachialen 40 Watt Leistung.

Sound

Wunderbare, kristallklare Töne und Akkorde perlen aus diesem Amp. Als Freund verzerrter Sounds liebe ich es, den Amp hinter dem Pedalboard so clean und dynamisch wie möglich zu halten. Die gewünschte Verzerrung definiere und forme ich viel lieber mit den Effektgeräten davor. So bleibt der Sound transparent und zugleich reproduzierbar.

Natürlich klingt es toll, den Amp an der Grenze der Übersteuerung zu betreiben und mit einem Booster, Tubescreamer oder Distortion-Effekt in die Verzerrung treiben. Dies geht jedoch fast nie ohne ohrenbetäubende Lautstärke. Abhilfe schafft höchstens noch ein Power-Soak.

Fazit

Ein legendärer Amp und aus meiner Sicht das amerikanisches Pendant zum britischen VOX AC30 – ohne dass die beiden Amps ähnlich klingen. Dafür sind die beiden Schaltungen, die Röhren und die Lautsprecher viel zu verschieden. Gehört schlicht in jedes Tonstudio.