Seydel Session Steel (in Arbeit!)
Einleitung
Aufbau und Verarbeitung
Am Aufbau und an der Qualität der Verarbeitung kann ich nichts bemängeln. Die Stimmzungen aus Stahl sind für mich ein Novum. Gut möglich, dass diese länger halten, als die üblichen Stimmzungen aus Messing.
Das die Harp auf Wunsch auch mit andersfarbigem Kanzellenkörper bestellt werden kann, finde ich eine löbliche Option. Offenbar will sich diese Harp mit dem orangenen Kanzellenkörper abheben von der Masse. Zumindest im ersten Moment wirkt dies aber auf mich eher wie ein Spielzeug und ich wäre versucht, die nächste Harp in schwarz zu bestellen.
Offenbar verfolgt Seydel eine andere Ersatzteilstrategie wie Hohner. Ersatzteile sind nämlich auch über die üblichen Versandhändler zu ordern.
Bespielbarkeit und Sound
Hier kommt für mich ein kritischer Punkt. Da die Stimmzungen der Session Steel aus Stahl hergestellt sind, muss recht stark geblasen werden damit die Töne kommen. Ebenfalls habe ich das Gefühl, dass die Töne dadurch nicht genug schnell kommen für mich. Möglich, dass ich ein Montagsmodell erwischt habe. Interessanterweise haben aber auch andere Reviews die Ansprache als “eher hart” beschrieben. Mag sein, dass ich meine Lunge etwas stärker plagen sollte. Trotzdem bin ich andere Harps gewohnt, welche besser funktionieren für mich. Das Bending ist mir zumindest bei diesen Tests recht schwer gefallen. Aus meiner Sicht sollte dies «out-of-the-box» besser funktionieren.
Fazit
Der Sound der Session Steel ist gut. Jedoch stört mich die harte und etwas verzögerte Ansprache der Töne zu stark. Das BEnding ging mir ebenfalls zu schwer. Mag sein dass nach einer gewissen Einspielzeit eine Gewöhnung eintritt, aber ich wollte die Session Steel auf diese Weise nicht mehr spielen. Möglicherweise könnte man mit Tuning der Stimmzungen noch einiges herausholen aber das war mir zu diesem Zeitpunkt zu aufwendig. Ich spiele lieber auf Harps, bei welchen die Ansprache bereits ab Werk gut ist.