Lee Oskar Major Diatonic
Einleitung
Dies ist eine Blues Harp, welche in Zusammenarbeit vom Mundharmonika-Spieler [Lee Oskar] und dem japanischen Hersteller Tombo entwickelt wurde.
Aufbau und Verarbeitung
Diese Blues Harp wirkt im ersten Moment nicht gerade hochwertig. Ein Kanzellenkörper aus Kunststoff ist im ersten Moment abschreckend. Die Deckelplatten sehen auch nicht aus, als könnten sie ein gutes Instrument ausmachen. Hier kommt jedoch Praxis und Bespielbarkeit vor Schönheit. Der Kunststoff des Kanzellenkörpers fühlt sich an den Lippen sehr angenehm an. Speichel kann ihm ebenfalls nichts anhaben. Die Deckelplatten sehen matt glänzend aus und lassen ebenfalls nicht unbedingt auf ein gutes Instrument schliessen. Sie sind jedoch sehr stabil und halten sich mal einen Sturz ohne Probleme aus. Bitte trotzdem nie versuchen!
Bespielbarkeit und Sound
Hier komme ich ins schwärmen. Ein toller, runder Sound kommt aus diesem kleinen Instrument raus. Er ist verhältnismässig laut ohne stark blasen zu müssen. Auch das Bending der Töne funktioniert wunderbar und ohne Scherbeln. Ich habe bereits mehrere dieser Bluesharps mit unterschiedlichen Stimmungen im Einsatz. Für gewöhnlich halten sie die korrekte Stimmung über Jahre hinweg ohne Probleme. Einziger Abstrich: Die tieferen Bendings benötigen mehr Kraft als bei einer Meisterklasse, welche diese auch etwas runder spielt. Kein Problem für mich.
Falls trotzdem mal ein Ton verstimmt ist:
Neue Stimmplatten gibt es als Ersatzteile im Fachhandel zu kaufen. Mithilfe von 2 Schrauben und zwei Muttern lässt sich die Harp öffnen und die messingfarbenen Platten austauschen. Dies ist einfach und unkompliziert, wenn man den passenden Schraubendreher griffbereit hat. Das System von Hohner mit Schrauben und Schraubhülsen gefällt mir jedoch besser. Die Stimmplatten selbst werden mit 3 Schrauben gehalten.
Wer sich die Mühe sparen will: aufgrund vom niedrigen Preis kann auch eine neue Bluesharp gekauft werden. Denken wir jedoch an die Nachhaltigkeit.
Weitere Ersatzteile gibt es nicht. Wer alleine die Deckel austauschen will, weil sie einen Sturz nicht überlebt haben ohne Dellen muss sich eine neue Mundharmonika kaufen. Wenn der Kanzellenkörper einen Schlag abbekommen hat und ersetzt werden sollte, darf die Lee Oskar ebenfalls neu kaufen. Alles schon passiert. Nicht tragisch und einerseits verständlich, dass nicht immer alles ersetzt werden soll. Andererseits denke ich wieder an die Nachhaltigkeit. Hier liefern andere Hersteller besseren Service ab.
Über den Geschmack der regenbogenfarbenen Aufkleber lässt sich streiten. Gut geschützt ist die Mundharmonika aber allemal in diesem Etui.
Fazit
Ein super Instrument zum kleinen Preis. Die Lee Oskar sind mittlerweile recht retabliert in der Musikszene. Ich bin voll zufrieden damit. Auch in meinem Munharmonika-Halter hält die Lee Oskar problemlos, ohne zu verrutschen. Dies ist ein Muss bei mir, da ich meist noch Gitarre spiele daneben.