Hohner Meisterklasse MS 580
Einleitung
Hilfe! Meine Hohner Meisterklasse MS ist auf misteriöse Weise verschollen! Das ist ganz übel! Wurde sie gestohlen? Befindet sie sich irgendwo unter einem Regal im Bandraum? Ich kann’s wirklich nicht sagen. Ein Testbericht kann ich unterdessen trotzdem schreiben. Ich habe ja lange genug darauf gespielt. Wer sie unterdessen findet, bekommt ein Bierchen.
Aufbau und Verarbeitung
Diese Mundharmonika sieht wunderbar aus. Ausrufezeichen! Die Verarbeitung lässt gar keine Wünsche offen. Die perfekt verchromten Deckel und ein matt gebürsteter Kanzellenkörper sehen sexy aus. Das stattliche Gesamtgewicht trägt zu diesem Gesamteindruck bei. Das mitgelieferte Kunststoff-Etui sieht recht unspektakulär und grau aus, verrichtet aber seinen Dienst prima. Seit neuestem endlich mal vernünftige Torx-Schrauben. Auch wenn dies ein Kauf eines Kits oder ein paar Schraubenzieherbits bedingt. Torx ist ein extrem guter Industriestandard geworden und wird mit Sicherheit dazu beitragen, dass die Montage im Werk präzise, repetiergenau und mit definiertem Anzugsdrehmoment die Firma Hohner verlässt.
Es wird jedoch wohl noch eine Weile dauern, bis das Modell mit den Torx-Schrauben überall lieferbar ist. Mal sehen, wie meine künftige Bestellung daher kommt.
Schade eigentlich, dass die Stimmzungenplatten auf dem Kanzellenkörper montiert werden und nicht eingelassen sind wie bei der «Hohner Special 20» oder der «Lee Oskar» Aus preislichen Gründen oder wegen fertigungstechnischer Hinsicht? Dies wäre dann wohl eine Meisterklasse²⁰ MS oder eine Weltklasse MS. Oder eine Königsklasse MS?
Ob die Stimmzingen aus Messing auf der verchromten Trägerplatte zusammen mit Speichel womöglich ein galvanisches Element entsteht? Ich kann mir vorstellen, dass die entstehende Patina zu einer Veränderung der Stimmzungen führen könnte. Das sind jedoch nur Mutmassungen, keine Anschuldigungen.
Diese Deckel sind einfach extrem edel – stimmts?
Das unscheinbare Etui haben leider nicht geholfen, dass meine Meisterklasse abhanden gekommen ist. Daher wäre ein leuchtendes Hellgrün fast die bessere Farbe.
Die verfügbaren und einzeln käuflichen Ersatzteile finde ich super. Sogar Schrauben für Stimmplatten und Deckel sind verfügbar. Das ist gelebte Nachhaltigkeit und Service für den Musiker. Bravo Hohner, weiter so!
Bespielbarkeit und Sound
Sie wird dem Namen in höchstem Masse gerecht. Der höhere Preis macht sich bezahlt. Sie klingt echt laut und präzise aber trotzdem nicht derart metallisch wie die Suzuki Promaster. Ein richtiges Arbeitspferd für Musiker. Wer aber nur für ein paar Songs zwischendurch eine Bluesharp spielt, wie ich es in meiner Band tue, ist mit einer günstigeren Lee Oskar sicher ebenfalls gut bedient.
Fazit
Ein Instrument für Profis. Was machen schon ein paar Franken mehr aus, um ein derart schönes, wohlklingendes, gut verarbeitetes Instrument zu spielen? Ein wahrlich meisterliches Instrumentchen!
Ich werde mir auf jeden Fall wieder eine Meisterklasse zulegen. Gespannt bin ich auch auf den Ersatzteilshop von Hohner. Anderswo scheint man keine Ersatzteile kaufen zu können.
Wartung und Pflege
Die Wartung einer Mundharmonika dieser Preisklasse lohnt sich. Gitarren werden schliesslich auch nicht weggeschmissen, wenn eine Saite gerissen ist.
Netterweise hat die Firma Hohner Anleitungen dafür erstellt. An dieser Stelle möge jedem selber überlassen sein, welche Aktionen dass er sich selber zutraut. Die Basics finde ich jedoch so oder so informativ und wichtig zu verstehen. Wenn also die Meisterklasse einen Tag vor einem Live-Gig einen Schlag abbekommen hat, kann sie möglicherweise mit relativ geringem Aufwand gerettet werden. Ein Versuch ist es allemal wert – nicht?
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- die Werkzeuge sind auch einzeln erhältlich unter Service-Zubehör
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