Hohner Super Chromonica 270

Hohner

die «Chromatische» seit über 100 Jahren

Einleitung

Wer die einzelnen Töne lieber direkt spielt, statt mithilfe von Bending oder Overblowing hinzubiegen, ist mit einer chromatischen Mundharmonika wie der Chromonica besser bedient. Mithilfe vom Schieber können die notwendigen Halbtöne erreicht werden. Nachteile? Die Chromonica zwingt einen, nur dieses Instrument allein zu spielen. Gitarre und Chromonica wird also eher schwierig, da der Schieber nicht auch noch gedrückt werden kann ☺.

die schöne Rückseite

Aufbau und Verarbeitung

Diese Mundharmonika ist definitiv komplexer aufgebaut als eine simple 20-Loch Bluesharp. Seit über hundert Jahren baut Hohner bereits Chromonicas. Die Modelle haben im Verlauf der Zeit einige Updates bekommen – sind im Grunde aber noch dieselben gut gebauten Instrumente.

Das Design des Deckels wirkt auf mich traditionell aber altbacken und überladen. Dem Klang tut es keinen Abbruch und das Publikum sieht es eh nicht. Die Deckel werden mit nur gerade zwei Schlitzschrauben und zwei Muttern zusammengehalten. Hier täte ein Update mit Torx-Schrauben und Schraubhülsen gut.

die maximal verzierten Deckel (Artikelnummer: TMc40647)

Zum guten Glück hat sich Hohner ein gut geformtes Mundstück konstruiert. Die Schlitzschrauben sind aber auch hier nicht mehr zeitgemäss. Dank diesem Mundstück kann der Holzkanzellenkörper beinahe so scharfkantig sein, wie er will. Einzig etwas Feuchtigkeit nimmt er natürlich auf.

das recht ergonomische Mundstück (Artikelnummer: TMc60505)
der Kanzellenkörper aus doppelt lackiertem Birnbaumholz (Artikelnummer: TM20505)

Die Stimmplatten werden leider mit uuuunzähligen Nägeln zusammengehalten. Immerhin macht sie dies sicherlich luftdicht. Andererseits sind wir im Zeitalter der Schrauber angekommen, liebe Firma Hohner. Trotz intensivem Spielen musste ich bislang erst einmal die Stimmplatten auswechseln.

die Stimmplatten aus Messing (Artikelnummer: TMc10274)
zum Schluss noch das grüne Etui mit rotem Samtbezug im Innern (Artikelnummer: TMc90505)

Bespielbarkeit und Sound

Die Übung macht’s aus: Wer fleissig übt, findet die richtigen Töne im Schlaf. Wer sich mit dem Schieber vertippt, macht sofort schiefe Töne. Hier wird also kein dreckiger Blues gespielt, sondern es ist die Präzision des Musikers gefragt. Improvisieren ist möglich, braucht aber noch mehr Übung.

Die Töne kommen klar und rein aus dem Instrument. Im Vergleich zu einer Blues Harp fast schon brav. Wer Spass dran hat, kann trotzdem das Bending einsetzen. Die Chromonica ist geschaffen dafür, Melodien mit einzelnen Tönen – weniger mit Akkorden zu spielen. Wer sich inspirieren lassen möchte: Hör dir mal Stevie Wonders Nummer-1-Hit «Fingertips» an. Diesen Song hat er höchstwahrscheinlich mit der Hohner Chromonica 280 gespielt.

Fazit

Das mittelgrosse Instrument der Chromonica Reihe. Klingt warm und trotzdem präzis. Da ich gerne Gitarre spiele zusammen mit der Mundharmonika, liegt die Chromonica momentan am Ruhen. Wer weiss? Plötzlich kommt sie wieder mal zum Einsatz.

Ersatzteile findest du im Shop von Hohner unter Chromonica.