WEM Copicat IC300
Reparatur
Habe die Ehre! Ein elektromechanisches Bandecho-Gerät ist mal was ganz Anderes.
Fehler
Das Ding brummt und ein Tonkopf funktioniert nicht.
Fehlersuche
Die Elko’s waren allesamt komplett ausgetrocknet und mussten ersetzt werden. Eine kalte Lötstelle bei einem Schalter musste nachgelötet werden. Komplette Reinigung vom Antrieb und der Tonköpfe hat ebenfalls geholfen. Nun schnurrt die Katze wieder zufrieden.
Testbericht
Funktionalität
- 4 Eingänge
- 4 dazugehörige Gain Regler
- 1 Löschkopf
- 1 Aufnahmekopf
- 3 Wiedergabeköpfe
- 4 Druckschalter für 14 mögliche Echos Kombinationen
- Swell Regler für Delay Volume
- Sustain (Feedback-Regler für Anzahl Delays)
- Footswitch Eingang für separaten Fusstrittschalter
Design und Verarbeitung
Eine riesige Kiste! Das äusserliche Design ist der Technik entsprechend gut gemacht und durchschaubar. Im Inneren ist es recht aufgeräumt und einigermassen übersichtlich dank der grossen Leiterplatte. Die LM741 Opamps suggerieren mir zwar viel Rauschen – es hält sich aber extrem in Grenzen.
Technisch gesehen ist es erstaunlich, was diese Technik zu der damaligen Zeit hinkriegen konnte. Wenn man bedenkt, das die ersten Copicat Modelle bereits 1960 auf den Markt kamen, ist es verblüffend. Eigentlich nur schade, das die Drehzahl aufgrund des asynchronen Motors nicht verändert werden kann. Dies soll dem Nachfolgemodell vorbehalten bleiben.
Sound
Zwar hatte ich nach der Reparatur nicht mehr viel Zeit zum Austesten übrig aber Spass hatte es mir auf jeden Fall gemacht. Ich fühle mich immer noch geehrt, dass ich ein solches Stück Zeitgeschichte reparieren und überhaupt in meinen Händen halten durfte.
Fazit
Klobig, elektromechanisch, etwas fragil aber doch unglaublich toll, dieses Echogerät. Es klingt so natürlich, wie es halt ein digitales Teil nie wieder hinbekommen wird. Oder beinahe nur. Dafür kleiner.