Warwick Rocktuner PT2
Testbericht
Einleitung
Mein reparierter Korg Pitchblack hat schon wieder den Geist aufgegeben. Ich bin ihn satt und schaue gerade über den Tellerrand. Eigenartig, ich habe den Eindruck als ob der Pitchblack-Tuner den Markt komplett beherrscht und nebst den Tunern von Boss quasi zum Standard geworden ist. Möglich dass ich ein Montagsmodell erwischt habe. Die Konstruktionsbauweise vom Pitchblack erzählt etwas anderes. Ich hoffe, dass Korg seit dem Kauf meines Pitchblack ein Hardware-Update vorgenommen hat. Möglich wäre es.
Auf dem Occasionenmarkt fand ich den Rocktuner PT 2. Dass die Firma Warwick auch andere Produkte im Sortiment führen als bloss Bässe, hätte ich mir denken können. Wie sich herausstellen sollte, ist mein Kauf ein grosser «Glücksgriff».
Funktionalität
Der Rocktuner kann tunen. Nichts Verrücktes oder Besonderes kann also eingestellt werden.
- PITCH-Taste zur Einstellung der Referenzfrequenz. «0…5» steht für 440-445Hz, «6…9» für 436-439Hz.
- FLAT-Taste wir verwendet zum runter stimmen von einem Halbton (_), einem ganzen Ton (=) oder ein- einhalb Tönen (☰).
Die Genauigkeit des Tuners liegt bei ± 1 Cent. Dies klingt zwar im Vergleich mit anderen Tunern im ersten Moment nach einer grossen Toleranz, macht sich aber für das menschliche Gehör nicht bemerkbar. Der Bonus für diesen kleinen Abstrich: Der Tuner ist extrem schnell! Der Korg Pitchblack Tuner ist daneben zwar genauer aber viel langsamer. Dies stellte ich schon beim ersten Stimmen fest.
Klang und Tonqualität
Der Tuner hat keine Klangverfärbung. Der Fusstrittschalter knackst nicht.
Design, Aufbau und Verarbeitung
Hier kommt meine Lobeshymne: Dieser Tuner ist von 2014 und funktioniert immer noch. Ein guter Beweis, dass er hoffentlich noch ein paar Jahre länger seinen Dienst verrichtet. Das Design ist extrem schlicht gehalten. Genau so mag ich es.
Über das Innenleben ist mir nichts bekannt. Ich werde den Tuner höchstens öffnen, falls er kaputt gehen sollte. Durch das Batteriefach sieht man eine hochwertige, grüne FR4-Leiterplatte. Der Aufbau macht mir einen extrem guten Eindruck: Hochwertige Klinkenbuchsen. Ein robuster, elektromechanischer Fusstrittschalter. Taster mit guter Haptik und ein Batteriefach. Dieses kann ganz ohne Schraubenzieher geöffnet werden. Eine 9-V Batterie kann an den Clip angesteckt und eingesetzt werden – aber wer tut dies schon? Die DC-Buchse am Tuner ist viel hilfreicher. Über die Stromaufnahme ist mir leider nichts bekannt. Schade dass Warwick dies nicht mal im Manual spezifiziert.
Der Aufbau ist extrem intelligent gemacht. Das Gehäuse ist so konstruiert, dass nach Entfernen der Bodenplatte, der Klinkenbuchsen- und Fusstrittschalter-Muttern bereits die Leiterplatte herausgenommen werden kann. Dies habe ich so noch nie gesehen. Ist das die berühmte deutsche Ingenieurskunst oder wurde dieses Gerät gelabelt? Das Gehäuse macht einen massiven Eindruck auf mich. Die Display-Abdeckung aus Plexiglas ist leider nicht komplett kratzfest. Die weisse Gehäusefarbe ebenfalls nicht. Die Kratzer können beim Stimmen nicht stören.
Ein noch viel grösseres Lob hat die Anzeige verdient: sie ist riesig! Brillenträger wie ich wissen dies auf einer dunklen Bühne extrem zu schätzen. Die blaue Jumbo-LED-7-Segmentanzeige ist 2.5cm hoch. Ein ganz grosser Pluspunkt.
Fazit
Ich hoffe insgeheim, dass mir dieser Tuner noch lange erhalten bleibt und mich auf den Gigs treu unterstützt und begleitet. Der Speed des Tuners und die grosse Anzeige tragen dazu bei, dass Saiten stimmen auch live Spass macht.