MXR Distortion+ (M104)

das knallgelbe «Block-Logo» Distortion+

Testbericht

Der Distortion+ ist einer der allerersten oder sogar der erste Verzerrer von 1973 und noch bevor das Boss DS-1, OD1 und der Maxon/Ibanez Tubescreamer gebaut wurden. Und einfach aufgebaut ist er noch dazu:

Ein Tone-Regler vermisse ich an dieser Stelle schon etwas.

Schaltung, Klang und Tonqualität

Der Distortion+ beherbergt einen simplen LM741 Opamp, 2 Germanium-Dioden sowie etwas «Beigemüse». Dies führt zu einer crèmigen und crunchigen Verzerrung. Je mehr dass der Distortion-Regler aufgedreht wird, desto mehr Bass-Anteile werden rausgefiltert und übrig bleibt ein etwas dünner Zerr-Sound, der mir gar nicht extrem gut gefällt. Leider war ich nach einiger Spielzeit noch mehr enttäuscht wegen der arg starken Kompression der Dynamik, die durch die Schaltung gegeben ist. Mit Humbucker-Pickups ist der Distortion+ leider schnell im Anschlag – mit Single-Coil sieht es vermutlich schon besser aus.

Design und Verarbeitung

Wie alle Effekte von MXR steckt der Distortion+ in einem knallig gelben, massiven Gehäuse mit einer halbwegs dauerhaften Lackierung. Ältere Geräte waren übrigens eher senfgelb lackiert.

Fazit

Der Distortion+ mag ein Klassiker sein – es geht aber noch besser! Der Distortion III ist wesentlich intelligenter aufgebaut und mit einem Tone-Regler. Ich konnte ihn jedoch leider noch nicht antesten. Spasseshalber habe ich meinen Distortion+ mit etwas Aufwand in eine Pro Co RAT umgebaut, da sie sich schaltungstechnisch gleichen. Ob ich es nochmals tun würde? Wahrscheinlich nicht, da es trotzdem irgendwie schade ist. Mit dem LM741 rauscht es gehörig stark. Da müsste noch der Opamp getauscht werden. Dafür hab ich jetzt Zuhause an meinem Übungsverstärker ebenfalls eine RAT am «nagen».

Alles in allem ist der Distortion+ ein ehrwürdiger Vorgänger, der von etlichen geschickteren Schaltungsdesigns längst überholt wurde. Trotzdem ein richtiges Stück Rockgeschichte und immer noch neu erhältlich.