Musikding «das Llama»
Testbericht
Einleitung
Da dieser Verzerrer so gar keiner anderen Schaltung gleicht, fand ich es spannend, selber eines zu besitzen. Was musste ich da sehen in der elektronischen Bucht: erst ab einigen hundert harten Schweizer Franken darf ein gealtertes Llama «über den Ladentisch».
Lustigerweise wurde zur selben Zeit auf Ricardo.ch ein Musikding Bausatz versteigert. Für einen Bruchteil von diesem Betrag konnte ich denselben Effekt in kleinem Gehäuse kaufen. Ein Generika sozusagen. Fertig gelötet noch dazu. Lange überlegen bringt in diesem Fall nichts. Ausser wenn es furchtbar wichtig ist, dass das Pedal wirklich rot ist und man notorischer Sammler ist. Dann muss es wohl das Original sein.
Design und Verarbeitung
Eine hochwertige Leiterplatte, eine gute Anleitung inklusive Schaltplan und Stückliste. Ich finde das toll. Da steckt keine Billigware drin und wurde nicht von asiatischen Arbeitern zu Dumpinglöhnen zusammen geschustert. Mit dem Schema kann man es sogar ein paar Jahrzehnte später noch reparieren – sofern das CD4049UB noch erhältlich ist.
Sound
Gelungen klingt es für mich. Nicht weltbewegend genial – aber immerhin ein Kontrast zu anderen Distortions. Ehrlich gesagt hätte ich noch einen grösseren Unterschied erwartet. Wohl eine Illusion, da im Grunde einfach ein digitaler CMOS Inverter als invertierender Opamp verwendet wird.
Fazit
Verzerrer, einfach anders gemacht. Etwas schade finde ich, dass weder beim Original noch beim Klon ein Treble-Poti integriert wurde. Als Elektroniker wäre das aber auch kein Hexenwerk zum nachrüsten. Mittlerweile hat sich übrigens Dunlop nebst MXR ebenfalls das Label Way Huge unter den Nagel gerissen und produziert die roten Llamas wieder. Zwar schmaler, aber immer noch so kultig aussehend wie früher.