Colorsound Wah-Wah (inductorless)
Reparatur
Besuch in London
Dieses coole violette Pedal stammt aus einem kleinen Shop in London (an der Denmark Street – genaugenommen). Ja, das ist die Geburtsstätte der Sola Tonebender Fuzzes und der Colorsound Wahs. Ich habe es dort höchstpersönlich bei Steve Macaris vorbestellt, entgegen genommen, angetestet und zu einem Wahnsinnspreis in die Schweiz mitgenommen.
Selber schuld?
Da seitlich am Pedal eine zusätzliche DC-Buchse für den Betrieb mit einem 9V-Adapternetzteil eingebaut wurde, welche leider nicht nach Boss-Standard verdrahtet war, habe ich die Schaltung verpolt und sie wanderte in die «elektronischen Jagdgründe».
Fehlersuche
Leider liegt mir kein Schema vor. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Halbleiter zu prüfen. Da der Transistor inmitten der Schaltung der einzige Halbleiter überhaupt ist, habe ich die zu messenden Diodenstrecken zwischen Basis und Emitter sowie zwischen Basis und Kollektor gemessen mithilfe eines Multimeters. Er funktionierte tatsächlich nicht mehr. → Der originale Transistor konnte getrost durch einen BC107B gewechselt werden.
Testbericht
Sound
Dieses Wah ist das weniger beliebte Wah von Colorsound. Aufgrund der einfacheren Schaltung (inductorless) tönt es denn auch eher nach einem Quack-Quack als WahWah und war oder ist wegen den tieferen Materialkosten eher günstiger zu kaufen als andere Effektpedale. Bedeutet, dass Wahs mit Spule von Colorsound noch teurer sind! Gute Ohren erkennen dieses inductorless Wah trotzdem am für Colorsound typischen Klang aufgrund des Knick-Antriebs des Potentiometers. Deshalb soll auch dieser Soundeffekt seine Daseinsberechtigung fristen - darum auch die nötige Reparatur bei diesem violetten Ding.
Technologie
- simple 1 Transistor-Schaltung (designed by Colorsound)
- Inductorless (ohne Spule)
- Folienkondensatoren
- True Bypass
Aufbau
- grosser Fusswipp-Bereich
- relativ dünnes Blechgehäuse und breiter als mein Fuss
- Antrieb von Potentiometer aus Kunststoff
- Leiterplatten-Qualität in Ordnung
- seitliches Batteriefach (gut gelöst!)
- ursprünglich ohne DC-Buchse nur für 9V-Batterie-Betrieb
Fazit
Naja, wie soll ich es erklären: Ich habs verkauft – und bereue es vermutlich irgendwann wieder! Trotzdem sind mir diese Dinger aus Blech für ein Livekonzert nicht geheuer und muten (z.B. wenn man den Kunststoff-Antrieb des Potentiometers anschaut) eher etwas billig an. Dass es dieses Teil noch neu zu kaufen gab, kam mir irgendwie schräg vor. Einerseits toll, andererseits stelle ich mir eine moderne Variante irgendwie anders vor. Mit weniger Blech vielleicht? Schmaler? Ich kann’s nicht so genau sagen.