Carlsbro Fuzz
Reparatur
Fehler
Das Pedal scheint tot zu sein. Macht einfach keinen Muckser mehr.
Ist ja auch logisch, wenn der Minuspol vom 9-Batterie-Clip an der Leiterplatte nicht mehr angelötet ist. Ebenfalls habe ich natürlich den vertrockneten Elko ausgewechselt.
Sound
Hier höre ich direkt «I can’t get no» von den Rolling Stones durch den Speaker röhren. Schrill, nasal, blechern aber eben beinahe so wie es damals getönt hat. Zwar wurde dafür der Maestro Fuzz FZ-1 verwendet. Dieser Fuzz klingt jedoch beinahe eben so roh.
Technologie und Schaltung
Dieser Effekt wurde nicht etwa von Carlsbro gebaut, sondern war ein «umlackierter» Sola Sound Tonebender MK IV. Begriffen habe ich dies allerdings erst Jahre später, als ich bei Steve Macari in London meinen ersten Tonebender in den Händen hielt. Germaniumtransistoren definieren diese Schaltung wie auch eine zusätzliche Germaniumdiode. Alles in allen vermutlich etwas smoother als der Maestro Fuzz.
Aufbau
Das bunte, tiefgezogene Blechgehäuse sieht eher aus wie ein Relikt aus dem Spielzeugladen. Es hat etwas Rost angesetzt. Es hat rostige Schrauben und eine Leiterplatte aus Hartpapier. Nicht gerade das, was man heutzutage auf eine Bühne nehmen möchte. Wer aber versteht, dass der Effekt seit den 70ern eigentlich die Zeit gut überstanden hat, muss das Teil einfach mögen. Carlsbro ist denn auch kein Spielwarenladen, sondern wurde 1960 in UK gegründet und baute Verstärkeranlagen und Lautsprechersysteme.
Fazit
Ein grosses Stück Geschichte, welches für viele harte Taler in der elektronischen Bucht gekauft werden kann, wie auch die Tonebenders. Persönlich habe ich lieber einen modernen Fuzz im stabilen Aludruckguss-Gehäuse auf meinem Pedalboard. Für authentische Recordings könnte mir dieser Sound durchaus etwas abgewinnen.