Meine Gedanken zu DIY
Lohnt sich DIY?
Ja. Vermutlich hast du bereits oft gelesen, dass es genügend preisgünstige Gitarreneffektgeräte zu kaufen gibt. Das stimmt – davon gibt es zu viele! Wer aber lernt, Schemas zu lesen und zu verstehen, begreift, dass sich zuviele Hersteller an den gleichen oder sehr ähnlichen Schaltungen orientieren. Wer wem abgeschaut hat bleibe mal aussen vor. Schemas zu bestimmten Effektgeräten finden sich genügend auf dem Internet. Bausätze für Schnellstarter ebenfalls.
Warum lohnt sich DIY dann trotzdem? Hier einige Gründe:
- Menschen machen zu wenig selber. Wenn du es dir zutraust: tu es!
- um mit der Freizeit was Tolles anzufangen. Lass doch die Serien-Junkies das Sofa wärmen.
- aus Spass an der Freude.
- Klasse statt Masse: Geld kann in hochwertige Bauteile (aber bitte nicht in esoterischer Vodoo) investiert werden.
- Recycling: hauche ausgelöteten Bauteilen aus dem Elektronikschrott neues Leben ein. Germanium-Transistoren und -Dioden verdienen es!
- lerne was dabei.
- Individualität! Passe den Effekt auf deine Wünsche an.
- du bist fähig genug, später einen Defekt selber aufzufinden und zu reparieren. Das ist gelebte Nachhaltigkeit.
Voraussetzungen
Muss es eine perfekte Leiterplatte sein, eine Lochrasterplatte oder reicht auch eine freie Verdrahtung? Mach dein Ding. Probier aus, was dir liegt! Je nach Komplexität mag das eine oder andere sinnvoll sein für dich.
- Eine kleine Werkstatt mit Lötkolben, Lötzinn, Flachzange, Seitenschneider, Multimeter – sonst wird’s schwierig. Gediegen: ein Sinusgenerator und ein Oszilloskop dazu.
- Grundlegendes Verständnis für Elektronik, Spannung und Strom. Gelernte Elektroingenieure, Elektroniker oder Automatiker haben es natürlich leichter.
- Kenntnisse über Polarität von Halbleiter und Kondensatoren.
- käufliche Bausätze können auch ohne komplettes Verständnis der Schaltung gebaut werden. Bei der Fehlersuche wird’s dann halt schwieriger.
- etwas mechanisches Geschick beim Bohren der Löcher ins Gehäuse
- Schäme dich nicht, die Regler mit Handbeschriftung oder P-Touch zu bezeichnen. Transparente, bedruckte Klebefolien sind auch eine gute Wahl.
- Beginne mit einer einfachen Schaltung. Direkt mit einem Chorus oder Delay zu starten ist meist sinnlos.
- Das Auge isst mit: Mit Lack-Farbe kannst du dein Pedal etwas aufhübschen. Notwendig ist es nicht.
Nachteile
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
- Keine Massenproduktion. Baue das Teil für dich selber!
- viel Geld verdienen lässt sich nicht damit.
- erfordert Geduld, Zeit und Geld. Alles sinnvoll eingesetzt.
- weniger Zeit um Gitarre zu üben